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Das wunderbare Wasserhaus
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Das wunderbare Wasserhaus

Nachhaltig, individuell und dennoch zum Ensemble passend soll es werden: Das Büro KCAP baut ein „Wasserhaus“ ans Hamburger Ufer. Einen zukunftsorientierten Wohnturm, der die HafenCity um ein weiteres Stück spannender Architektur bereichern wird.

Dass die Hamburger HafenCity ein Dorado für Architekturinteressierte ist, liegt auf der Hand. Was dort vor 20 Jahren seinen Anfang nahm, ist immerhin das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt Europas. Schillernde Bauten wie Elbphilharmonie, Spiegel Verlagshaus oder Unilever Komplex sind entstanden. Und Projekte wie das Null-Emissionshaus, das höchste Holzgebäude Deutschlands oder das We-House mit Gemüseanbau auf dem Dach unterstreichen, worum es jetzt geht: Die HafenCity soll als Vorzeige-Viertel für ökologisches Bauen fungieren. Und was das niederländische Büro KCAP nun hinzufügt, passt dazu: Das nachhaltige Wasserhaus.

Einer von drei Türmen

Das wegen der Form seines Grundrisses „Seestern“ genannte Projekt ist eines von drei „Wasserhäusern“, die am Ufer errichtet werden. Genauer gesagt, im Quartier Baakenhafen, das Teil des Masterplans ist, den KCAP und das deutsche Büro ASTOC für die Hamburger HafenCity erstellt haben. Dass sie als einzige Gebäude dieses Entwicklungsgebiets direkt ans Wasser gesetzt werden, ist nicht alles, was sie spannend macht. 

Designt von KCAP und K+H: Das westlichste der drei neuen „Wasserhäuser“ in Hamburgs HafenCity. (Bild: Playtime)
Designt von KCAP und K+H: Das westlichste der drei neuen „Wasserhäuser“ in Hamburgs HafenCity.

Die drei Türme werden nebeneinander gebaut, mit gleicher Höhe und auf gleicher Grundfläche. Unübersehbar, in prominenter Lage. Dies und die Vorgabe des betreffenden Wettbewerbs machen jedes Wasserhaus quasi zum „architektonischen Balanceakt“. Denn das neue Ensemble soll zu Petersenkai und benachbarten HafenCity Wahrzeichen wie der Elbphilharmonie passen. Zugleich wird jedoch explizit individuelle architektonische Identität verlangt. Von jedem der drei neuen Gebäude.

Komplexer Design-Auftrag

Architekt und KCAP-Gründer Kees Christiaanse formuliert es so: „Die individuelle Gestaltung jedes Turms erfordert also eine subtile, aber erkennbare architektonische Artikulierung“. Insgesamt wurden 14 Teilnehmer von drei Auftraggebern zu drei parallelen Workshop-Verfahren eingeladen. Fürs westlichste der drei Grundstücke machte der von KCAP gemeinsam mit K+H entwickelte Entwurf das Rennen. Ebenfalls mit dabei im Sieger-Team: Transsolar KlimaEngineering, PML Lange und WTM Engineers. In Auftrag gibt das „Seestern“ Wasserhaus Bauherr LIP Ludger Inholte Projektentwicklung. 

Das ungewöhnlich geformte Wasserhaus wird ringsum von Balkonen umhüllt und von Wasser umgeben sein. (Bild: Playtime)
Das ungewöhnlich geformte Wasserhaus wird ringsum …
Das ungewöhnlich geformte Wasserhaus wird ringsum von Balkonen umhüllt und von Wasser umgeben sein. (Bild: KCAP / K+H)
… von Balkonen umhüllt und von Wasser umgeben sein.

Der neue Wohnturm wird Top-Ausblick aufs Überseequartier mit dem Cruise-Terminal, Lohsepark, Elbe und den östlichen Baakenhafen bieten. Sein Grundriss besteht aus einem Polygon gerader Linien und ist von Balkonen mit abgerundeten Ecken umgeben. Von Eingangsebenen und Penthouse abgesehen, folgt jedes Stockwerk der gleichen Basis-Skizze. Dadurch wirkt das Wasserhaus schlank und plastisch, zugleich jedoch dezent.

Wasserhaus mit „Seestern“-Form

Was hinter der extravaganten „Seestern“-Form steckt, erklärt K+H Partner Christian Herbert: „Der Grundriss ist das Ergebnis gründlicher Recherche. Er garantiert eine feingliedrige architektonische Ausstrahlung, effiziente, nachhaltige Gebäudestruktur und ein Maximum an Panoramaaussichten für jede Wohnung“. 

 

Das wunderbare Wasserhaus. Der originelle Grundriss dient Nachhaltigkeit und Lebensqualität zugleich. (Bild: KCAP / K+H)
Der originelle Grundriss dient Nachhaltigkeit und Lebensqualität zugleich.

Auch die Fassade wird edel und subtil gestaltet: Die Balkone schmiegen sich wie skulpturale Ringe ums Hauptvolumen. Sie bilden eine interessante Außenhaut: Das Wasserhaus sieht immer anders aus – je nachdem, von welcher Seite aus man es betrachtet. Schönen, vertikalen Kontrast zu den horizontalen Linien der Balkone bildet der Wechsel von raumhohen Fenstern und geschlossenen Paneelen.

Extravaganter Wohnkomfort

Der Sockel ist ringsum von Wasser umgeben und von einem Eingangsdeck umringt. Dieses erreicht man über eine überdachte Brücke. Und weil’s zu Plan und Idee passt, schmückt ein Wellenmuster mit Seestern-Relief die Sockel-Hülle.

Einladend und durchdacht

Im Inneren bietet eine zweigeschossige Eingangshalle Zugang zu einer Reihe von Nebenfunktionen. Dazu zählt etwa ein Indoor-Kinderspielbereich, der sich zum vorgelagerten Terrassendeck orientiert. Auf der Wasserseite des Erdgeschosses befinden sich Wohnungen. 

Im von KCAP und K+H designten Wasserhaus haben alle Wohnbereiche vorgelagerte Balkone. (Bild: KCAP / K+H)
Im von KCAP und K+H designten Wasserhaus haben alle Wohnbereiche vorgelagerte Balkone.

Die oberen Stockwerke bestehen aus Wohnungstypen unterschiedlicher Grundrisse und Größen. Was sie gemeinsam haben, ist allerdings ihre Gliederung. Alle verfügen über eine eher öffentliche und eine weitgehend private Zone. Außerdem haben alle Wohnbereiche vorgelagerte Balkone und sind darauf ausgerichtet, den famosen Ausblick optimal zu nutzen. Das Penthouse, das das Wasserhaus „krönt“, erstreckt sich über zwei Etagen. Durch Rücksprünge des Daches entstehen hier großzügige Terrassen, die auch die Silhouette des Gebäudes prägen.

Nachhaltigkeit im Blick

In Sachen Klima- und Energiekonzept planen KCAP und K+H einen vielschichtigen Maßnahmenmix. Natürliche und standortspezifische Mittel dienen der Nachhaltigkeit des Neubaus. Im gesamten Wasserhaus werden maßgeschneiderte Lösungen für Belüftung, Sonnenschutz und Kühlung eingesetzt. Und zwar solche, die auf Standort, Tages- und Jahreszeit eingehen.

Auch, dass der Energiebedarf saisonal variiert, wird berücksichtigt: Ein innovatives Speichersystem, das Wärme-Überschüsse im Sommer und Defizite im Winter ausgleicht, wird helfen, ihn zu decken.

Das wunderbare Wasserhaus. (Bild: Playtime)
Das wunderbare Wasserhaus. (Bild: Playtime)

Zur Stromversorgung tragen auf dem Dach installierte Photovoltaik-Module bei. Und um Co2-Fußabdruck und Energiebedarf zu optimieren, wird mit Holz gebaut. Beton kommt nur zum Einsatz, wo sich’s nicht vermeiden lässt. KCAP und K+H haben sich zum Ziel gesetzt, dass das Wasserhaus maximale Lebensqualität bei minimalem Energieverbrauch bietet. Grundriss, Form der Balkone und eine leistungsfähige thermische Hülle spielen dabei eine wichtige Rolle. 

Neues HafenCity Schmuckstück

Die künftigen Nutzer dürfen sich auf ein modernes und komfortables Zuhause freuen. Auf Wohnungen in bester Lage, mit privatem Außenbereich und viel natürlichem Tageslicht. Und die HafenCity bekommt mit dem, von KCAP und K+H designten Wasserhaus ein weiteres Schmuckstück. Eines mehr, das nicht nur Ausblick auf Hamburgs Skyline, sondern auch auf urbane Zukunft bietet.

Text: Elisabeth Schneyder
Bilder: KCAP / K+H, Playtime 

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