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Das Spiel kann beginnen
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Das Spiel kann beginnen

Der neue Lego Campus im dänischen Billund ist ein Lego-Set im Großformat. Die nachhaltige Bürostadt kommt genauso verspielt daher, wie die kultigen Bausteine. Mitarbeiter sollen hier spielend zu Innovationen inspiriert werden.

In der Lego-Fangemeinde gibt es bekanntlich unterschiedliche Typen. Da ist zum einen der Sammler, der auf Online-Marktplätzen raren Leo-Sets hinterherjagt und für den das Öffnen der Originalverpackung das größte No-Go ist. Dann gibt es den Modellbauer, der jedes fertig gebaute Set für die Nachwelt in eine Vitrine stellt. Und schließlich ist da der Kreative, der auf jegliche Bauanleitung pfeift und mit den vorhandenen Steinen seine eigenen Ideen umsetzt. Zu letzterem Typ zählen meist die ganz jungen Lego-Fans. Ihr kindlicher Spieltrieb lieferte die Inspiration für die Architektur des neuen Lego Campus im dänischen Billund.

Fassade, Lego Campus, C.F. Møller
Lego-Bausteine im typischen 8-Noppen-Format sind in der Fassade des neuen Lego-Campus verbaut.

Auf einem Gemälde im Büro von Kjeld Kirk Kristiansen, dem Chef der Lego Group, ist ein Junge zu sehen, der dem Betrachter stolz seine Kreation eines Lego-Bauwerks hinhält. Dieses Bild diente den Architekten von C.F. Møller als Ermächtigung, einen eher spielerischen Zugang zum Design des neuen Lego Headquarters zu wählen. „Dieser spielerische Ansatz zeigt sich in den Details des Bauwerks“, wie es in einer Aussendung des Spielzeugherstellers heißt.

Lego-Bausteine in der Architektur

In den Außenwänden der Baukörper finden sich daher die typischen Legosteine im gängigen Acht-Noppen-Format verbaut. Sie sind Teil der Fassade und dienen als Trennelemente zwischen den Fenstern. Ein Stilelement, das die Architekten dezent eingesetzt und dem Bau damit eine eigenständige Architektursprache geben haben.

Meetingraum, Lego Campus, C.F. Møller
Am Dach des neuen Lego Campus sind zwei riesengroße Lego-Bausteine platziert, in denen Meetingräume untergebracht sind.

Die acht neuen Baukörper sind zu einem spielerischen Arrangement vereint. Am Dach sind zwei riesige gelbe Legosteine platziert, in denen Meetingräume untergebracht sind. „Das Ensemble vermeidet bewusst Uniformität zugunsten von Diversität und spielerischen Twists“, erklären die Architekten. „Damit spiegeln sie die Vielzahl an Optionen wider, die Lego als Spiel repräsentiert.“

Spielen als Arbeitskultur

Lego ist der weltgrößte Spielzeug-Hersteller und im dänischen Billund kommt man an den Bausteinen nicht vorbei. Neben Legoland, Lego House, Lego Shop und dem Legoland Hotel wurde nun auch die neue Zentrale des Unternehmens optisch gebrandet. Im neuen Lego Campus hat sich das Spielen aber auch im Inneren manifestiert.

Um seinen Mitarbeitern ein möglichst inspiratives Arbeitsumfeld zu bieten, ist das Spielen auch ein integraler Bestandteil ihres Arbeitsumfeldes. Neben den unterschiedlichsten Bürolandschaften gibt es deshalb auch ausgewiesene Spielbereiche, Lounges und Parks, die mindestens genauso ernst genommen werden wie der klassische Schreibtisch.

Unsere Mission ist es, Kinder zu inspirieren, daher ist wichtig, dass wir unseren talentierten Kollegen ein Umfeld bieten, das spielerisch ist.

Niels B. Christiansen, CEO von LEGO Group

Um den ultimativen Arbeitsplatz zu schaffen, ging die Lego-interne Anthropologin Anneke Beerkens über zwei Jahre lang den Wünschen und Bedürfnissen der Mitarbeiter auf den Grund. „Unsere Mission ist es, Kinder zu inspirieren, daher ist wichtig, dass wir unseren talentierten Kollegen ein Umfeld bieten, das spielerisch ist und Kreativität und innovatives Denken fördert“, sagt Niels B. Christiansen, CEO von LEGO Group.

Arbeitslandschaft, Lego Campus
Variationsreiche Arbeitslandschaften prägen die neuen Gebäude in der Welthauptstadt von Lego.
Spielbereich, Lego Campus
Das Spielen ist hier ein integraler Bestandteil der Arbeitskultur.

Ein Büro im Grünen

Der Park, in dem der neue Lego Campus steht, ist öffentlich zugänglich und verfügt über Outdoor-Meeting-Plätze, sogenannte „Walk and Talk“-Routen und – auch hier wieder – Spielbereiche, die nicht den Kindern vorbehalten sind. Laut dem Konzept der Architekten dienen diese Elemente im Freien dazu, die Grenzen zwischen Innen und Außen aufzuheben und Innovation anzustoßen.

Blicken Mitarbeiter von ihrem neuen Arbeitsplatz nach draußen, so schauen sie stets ins Grüne. „Man ist überall von Grün umgeben, sei es durch den Park, die Innenhöfe, die Minigärten, die begrünten Dächer mit dem Glashaus oder den Minigolf-Platz“, heißt es im Konzept von C.F. Møller.

Legos eigene Stromerzeugung

In seinem „Planet Promise“ hat der Spielkonzern eigene Klimaziele definiert, die sich in der architektonischen Umsetzung des Campus widerspiegeln. 4.150 Photovoltaikpaneele, die am Dach der Parkgarage montiert sind, liefern mehr als eine Million Kilowattstunden Strom. Damit kann die Hälfte des eigenen Strombedarfs gedeckt werden.

Café, Lego Campus, Billund
Coffee Shop mit Lego-Attitüde

Die Dächer der neuen Gebäude sind mit Dickblattgewächsen bepflanzt, die Wasser und CO₂ aufnehmen. Die Grünanlagen haben einen Fokus auf Biodiversität und werden zur Gänze über Regenwasser-Tanks bewässert. Für den Innenausbau setzten die Bautechniker auf stabilere Gipsfaserplatten und konnten dadurch auf 22 Tonnen Stahlbewehrung in der Konstruktion verzichten. Das entspricht einer Einsparung von 650 Tonnen CO₂.

Die Planungsarbeiten zum Lego Campus begannen 2015 und sind mit der Eröffnung des Kulturzentrums „People House“ 2021 abgeschlossen. In diesem Bereich findet man obendrein ein Fitness Center, eine Kreativ-Werkstatt, ein Auditorium, ein Café und ein Hotel für Mitarbeiter, die in der Welt-Hauptstadt von Lego zu Besuch sind.

Text: Gertraud Gerst
Fotos: Lego Group

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