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Klimaneutral und leistbar
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Klimaneutral und leistbar

Zürichs neues Stadtquartier Zwhatt soll klimaneutrales Wohnen möglich machen, und das zu leistbaren Preisen. Unter anderem im 75 Meter hohen Holz-Hybrid-Turm namens Redwood, dessen Fassade Sonnenstrom erzeugt.

Für das neue Stadtviertel am Zürcher Bahnhof Regensdorf-Watt wurde jahrelang geplant und getüftelt. In einem sogenannten Charrette-Verfahren berieten über 100 interdisziplinäre Experten, wie das Gewerbegebiet am Rande der Schweizer Metropole am besten zum Leben erweckt wird. Schließlich entstand ein städtebaulicher Entwurf mit sieben unterschiedlichen Gebäuden, darunter zwei Hochhäusern. 

Bezahlbarer Wohnraum als Investorenprojekt

Das Konzept ist ambitioniert. Zwhatt soll ein Viertel werden, das möglichst vielfältige Lebens- und Arbeitsformen zulässt. Zugleich soll ein urbaner Prototyp entstehen, der den ökologischen Anforderungen unserer Zeit gerecht wird. Unter den rund 600 geplanten Mietwohnungen wird es Micro-Living in eineinhalb Zimmern ebenso geben wie Lofts über zwei Etagen und Wohnungen für größere Familien. Dabei steht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Vordergrund.

Gemeinschaftsraum, Redwood, Boltshauser Architekten
Ein zweigeschossiger Gemeinschaftsraum steht den Bewohnern des Holz-Hybrid-Hochhauses zur Verfügung.

Was klingt wie der Plan einer gemeinnützigen Wohngenossenschaft ist in Wahrheit ein Investorenprojekt. „Die Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum mit angemessener Ausstattung nimmt zu. Damit rückt dieses Segment vermehrt in den Fokus von Investoren“, heißt es vonseiten der zuständigen Pensimo Management AG. Die 2010 gegründete Anlagestiftung Adimora ermöglicht institutionellen Anlegern eine Beteiligung an sozial verträglichen Entwicklungsprojekten wie dem Stadtquartier Zwhatt. 

Holz-Hybrid-Hochhaus Redwood

Wie das Projekt zeigt, muss eine effiziente und kostenoptimierte Bauweise nicht im Widerspruch zu ökologischer Nachhaltigkeit stehen. Eines der geplanten Highrise-Projekte ist das 75 Meter hohe Holz-Hybrid-Hochhaus Redwood von Boltshauser Architekten. Der Erschließungskern, die Sockelgeschosse und die Geschossdecken werden in Beton gebaut. Die tragenden Stützen und Unterzüge sowie die Fassadenelemente bestehen aus Holz.

Zwhatt, Zürich
Vor den Toren Zürichs entsteht das neue Stadtquartier Zwhatt mit insgesamt sieben unterschiedlichen Gebäuden.

„So werden im Vergleich zu einem Massivbau in der Tragkonstruktion rund 20 Prozent oder 670 Tonnen CO₂ im Lebenszyklus des Hauses von 60 Jahren gespart“, wie die Architekten vorrechnen. Eine bessere Raumluftqualität, mehr Behaglichkeit und eine verkürzte Bauzeit bringt der nachwachsende Rohstoff außerdem mit.

Sonnenstrom aus der Fassade

Das Holz-Hochhaus mit 156 Wohnungen wird den in Lausanne geplanten Tilia Tower nicht überragen, zumindest nicht höhenmäßig. Was den Energiebedarf angeht, womöglich schon. Denn Redwood wird rund 50 Prozent des eigenen Strombedarfs künftig selbst produzieren. „In der Fassade ist eine in die Brüstungsverkleidung integrierte Photovoltaikanlage mit farbbeschichteten Solarmodulen vorgesehen. Zusammen mit der großflächigen Photovoltaikanlage auf dem Dach generiert diese einen Ertrag bis zu 130.000 Kilowattstunden pro Jahr“, beschreiben die Architekten das CO₂-freundliche Energiekonzept.

In der Fassade ist eine in die Brüstungsverkleidung integrierte Photovoltaikanlage vorgesehen.

Boltshauser Architekten

Im Holz-Hochhaus soll nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet werden. In den ersten beiden Obergeschossen wird es einen Co-Working-Space geben, den kleinere Firmen und Selbstständige gemeinschaftlich nutzen können. Neben einem Bistro im Erdgeschoss soll ein Gemeinschaftsraum über zwei Etagen im 13. und 14. Obergeschoss das Zusammenleben im Haus fördern.

Modell, Redwood, Boltshauser Architekten
Die tragenden Stützen und Unterzüge sowie die Fassadenelemente des Hochhauses Redwood bestehen aus Holz.

Für Belebung im neuen Stadtentwicklungsgebiet sorgen ein Verantstaltungssaal, ein Open-Air-Kino, ein Skatepark, eine Sauna und ein Café. Auf rund 7.000 Quadratmetern entstehen Gewerbeflächen, die durch ihre Flexibilität für Start-Ups ebenso geeignet sind wie für Weltmarktführer. Damit wirbt man zumindest auf der Website des neuen Quartiers.

Da das neue Wohnviertel inmitten eines Industrie- und Gewerbeparks entsteht, gibt es keinen Kindergarten in der Nähe. Daher baut der Entwickler Pensimo im Auftrag der Gemeinde einen Doppelkindergarten.

Text: Gertraud Gerst
Visualisierungen: YOS Visualisierungen, Nightnurse

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